IGG Historie

print Warum gibt es die Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing?

Die Interessengemeinschaft Gartenstadt Gräfelfing (IGG) geht in ihrem Ursprung auf einen spontanen Zusammenschluss Gräfelfinger und Lochhamer Bürger zurück, die 1968 versuchten, den Bau der sechs- bis achtspurigen Autobahn A96 (damals unter der Bezeichnung B12 neu untergeschoben) und die damit verbundene starke Beeinträchtigung unserer Wohngemeinde abzuwenden.
Eigentlich war dies Aufgabe des damaligen Bürgermeisters und Gemeinderates. Deren Aktivitäten waren jedoch unzulänglich. Der Gemeinderat scheute sich trotz des breiten Rückhalts in der Bürgerschaft, den aussichtsreichen Gang vor die Verwaltungsgerichte anzutreten:
Die Autobahn konnte danach nicht mehr verhindert werden
.

Die Bürger gewannen aus dieser Entscheidung die bittere Erkenntnis, dass es zwar viele Gruppen im Gemeinderat gab, aber keine wirklichen Vertreter der Wohninteressen. Es wurde eine Politik der rasanten Expansion betrieben: Die geplannten Hochhäusern Hänsel und Gretel Die geplannten Hochhäusern Hänsel und Gretel
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Die Etablierung von solchen Hochhäusern gleich an zwei wichtigen Stellen im Wohnbereich hätte einen nicht wieder gut zu machenden Einbruch in die Gartenstadt bedeutet. Es drohte die Angleichung an die benachbarte Großstadt mit allen negativen Folgen. Der Gemeinderat verstand unter Fortschritt größere Strassen, höhere und breitere Unterführungen, breitere Brücken, größere bauliche und gewerbliche Nutzung.
Das individuelle Wohnen im Grünen wurde als Schutzobjekt übersehen und drohte zu verkümmern.

Warum war dies so?
Schuld daran ist eine besondere Schwäche unserer Wohngemeinde: Wer hier im Grünen wohnen möchte, hat meist einen anstrengenden Beruf, der ihm zwar gestattet, diese individuelle Wohnform zu nutzen, dessen persönliche Belastung ihm aber kaum Zeit lässt, sich gerade um das zu kümmern, was ihn nach Gräfelfing gezogen hat und was ihn hier hält. Und so schließt sich der Kreis:
Sehr viele, die gerne hier wohnen, können nichts für die Sicherung der Gartenstadt tun.
Dies ist um so bedauerlicher, als viele dieser Mitbürger wegen ihrer beruflichen Ausbildung für die Aufgaben im Gemeinderat eine ausgezeichnete fachliche Qualifikation mitbrächten.

Wahlplakate der Bürgermeisterwahl Gräfelfing, 1972
Wahlplakate der Bürgermeisterwahl Gräfelfing, 1972
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Die Ereignisse um die B 12, einschließlich der Misere in der Lochhamer und Aubinger Straße schärfte den Bürgern den Blick für die Unzulänglichkeiten:
Sie erkannten, dass Proteste und Kritik an Gemeinderatsbeschlüssen allein nichts nützen, sondern dass ihre eigenen Wohninteressen eine eigene starke Vertretung im Gemeinderat dringend benötigen.




1970 wurde die IGG gegründet, 1972 beteiligte sie sich erstmals an den Gemeindewahlen. Sie stellte auf Anhieb den 1. Bürgermeister in der Person Dr. Reicherts und sechs der 24 Gemeinderäte.


Die Vertreter der IGG im Gemeinderat brachten ihr qualifiziertes Engagement für die Gartenstadt ein. Der Bebauungsplan für die Hochhäuser an der Würm wurde aufgehoben, die Gemeinde gewann den anschließenden Rechtsstreit, das Grundstück wurde schließlich von der Gemeinde erworben. Es ist heute unbebautes Würmufer. Der Bebauungsplan für die Punkthäuser am Wasserbogen wurde gestrichen. Für den gesamten Wohnbereich unserer Gemeinde wurden die unkontrollierte Steigerung des Baurechts gestoppt und die wichtigen Elemente unserer Gartenstadt im allgemeinen Baurecht festgeschrieben.

Dr. Eberhart Reichert 1978 Dr. Eberhart Reichert, 1978
Seit 6 Jahren 1. Bürgermeister Gräfelfings




Erreicht wurde so der Erhalt unserer Gartenstadt. Es gilt heute wie damals: Unsere Gemeinde ist immer noch eine liebenswerte Stadtrandgemeinde mit derzeit ca. 13.200 Einwohnern. Wir leben mit der Natur in engem Kontakt und wohnen wie in einem großen Garten mit viel Platz für Einzelne und für Familien, für Mieter und Eigenheimbesitzer.

Mit Fug und Recht kann man sagen:

Ohne das Engagement der IGG im Rathaus gäbe es die heutige Gartenstadt Gräfelfing-Lochham nicht mehr.
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